Weitere aus der Serie
ESTRANGED (Serie) →ESTRANGED - ZICO
"Eine visuelle Erzählung strategischer Unsichtbarkeit und der widerstandsfähigen Rückeroberung von Raum, die die ständige Risikobewertung des queeren Körpers im lokalen wie im internationalen Umfeld widerspiegelt."
Die Erzählung
Das Terrain bedingter Zugehörigkeit erkunden
In dieser kraftvollen Ergänzung zur Serie ESTRANGED erforscht ARJAN SPANNENBURG das Konzept der 'geografischen Identität' – wie das eigene Selbstverständnis bearbeitet oder verstärkt werden muss, abhängig von der umgebenden Umwelt. Durch das Porträt von ZICO untersucht der Künstler die mentale Arbeit, die darin besteht, eine Landschaft nach potenziellen Bedrohungen abzusuchen. SPANNENBURG nutzt die hohen, rhythmischen Schilfrohre des Marschlandes, um den dünnen Schutzschleier zu symbolisieren, den Anonymität bietet. Das Bild fängt den Moment ein, in dem das Subjekt wählt, was es preisgibt und was es zurückhält, eine direkte Reflexion des "Reisehinweises", dem queere Menschen selbst innerhalb ihrer eigenen Grenzen folgen müssen.
Der stille Protest, gesehen zu werden
Die Motivation für dieses Werk ist die Dokumentation des Übergangs von Angst zu aktivem Widerstand. Indem ZICO in das Schilf platziert wird, hebt der Künstler die Handlungsfähigkeit des Subjekts hervor, sich in einer Welt zurechtzufinden, die seine Existenz oft eher als "Ideologie" denn als biologische Realität betrachtet. Wie ZICO über die Entscheidung reflektiert, trotz äußerer Feindseligkeit sichtbare Zuneigungsbekundungen fortzusetzen: Ich hatte früher eine Phase, in der ich wegen solcher Kommentare nicht mehr Hand in Hand gehen wollte. Ich war von diesen Reaktionen sehr schockiert. Wir haben uns gemeinsam entschieden, damit fortzufahren. Dieses Werk erhebt eine persönliche Entscheidung zu einer musealen Aussage über die Notwendigkeit von Sichtbarkeit. Für den Sammler und Kurator steht dieses Stück als Zeugnis der Ausdauer, die erforderlich ist, um öffentliche Räume authentisch zu bewohnen.
Visuelle Analyse
Eine vertikale Schwarz-Weiß-Fotografie, die einen jungen Mann ohne Hemd zeigt, der teilweise in einem dichten Feld aus hohen, scharfblättrigen Schilfhalmen versunken ist. Das Subjekt ist von der Seite zu sehen, sein Oberkörper und seine Schultern fangen ein starkes, direktes Licht ein, das mit den tiefen Schatten des Laubes kontrastiert. Sein Gesicht ist größtenteils von den überlappenden Grashalmen verdeckt, obwohl die Form seines Kopfes und seines kurzen Haares sichtbar ist. Eine Hand greift im Mittelgrund eine Schilfgarbe, während die andere unten rechts sichtbar ist. Die Komposition ist gefüllt mit diagonalen Linien des Schilfs, die eine komplexe, texturierte Barriere bilden, die die menschliche Form umgibt und teilweise verschleiert.
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Jahr
2022





