
Weitere aus der Serie
ESTRANGED (Serie) →ESTRANGED - CHRISTIAN
"Eine poetische Erkundung des inneren Risses zwischen ererbtem Vorurteil und der aufkeimenden Wahrheit des Selbst, die den Moment des Abwendens von einer toxischen Erzählung einfängt."
Die Erzählung
Das Navigieren im Schatten väterlicher Feindseligkeit
In diesem ergreifenden Kapitel der ESTRANGED Serie untersucht ARJAN SPANNENBURG die psychologischen Auswirkungen aggressiver häuslicher Heteronormativität. Durch das Porträt von CHRISTIAN visualisiert der Künstler die schwere Last des Aufwachsens in einer Umgebung, in der die aufkommende Identität einer Person präemptiv als "widerlich" oder "abnormal" abgestempelt wird. SPANNENBURG nutzt die klassischen, robusten Eichenblätter als Symbol für das Gewicht der Tradition und die starren Strukturen der familiären Einheit. Das Subjekt ist von hinten eingefangen, den Blick abgewandt in das dichte Laub – eine visuelle Metapher für die Jahre des Versteckens vor der verbalen Gewalt des Vaters und die innere Infragestellung des eigenen Existenzrechts innerhalb der Gesellschaft.
Vom Zweifel zur Annahme
Die Motivation des Künstlers für dieses Werk liegt darin, den Kontrast zwischen Angst und Sicherheit im häuslichen Umfeld, den "Tag und Nacht"-Gegensatz, zu dokumentieren. Indem CHRISTIAN teilweise verborgen zwischen den Eichenzweigen platziert wird, spiegelt der Künstler die Reise des Subjekts wider, seine Gefühle zu unterdrücken, um die Rhetorik seines Vaters zu überstehen, während er gleichzeitig das Licht der Toleranz seiner Mutter sucht. Wenn CHRISTIAN über den Schaden nachdenkt, den die Worte seines Vaters verursacht haben: Wegen dem, was er sagte, fragte ich mich, ob ich normal bin. Bin ich wirklich so schmutzig und habe ich wirklich keinen Platz in der Gesellschaft? Dieses Werk dient als institutionelle Aufzeichnung der emotionalen Arbeit, die erforderlich ist, um Selbsthass zu verlernen. Für den Sammler bietet dieses Stück eine tiefe, stille Stärke, die den Moment darstellt, in dem eine Seele beschließt, nicht mehr in die Vergangenheit zu blicken und ihren eigenen Weg durch das Dickicht zu suchen.
Visuelle Analyse
Eine vertikale Schwarz-Weiß-Fotografie, die einen jungen Mann ohne Hemd mit dunklem, welligem Haar von hinten und von der Seite zeigt. Er ist hinter den Ästen einer Eiche mit ihren charakteristischen gelappten Blättern positioniert und teilweise mit ihnen verschlungen. Sein Gesicht ist von der Kamera abgewandt, er blickt in das dunkle, dichte Laub des Hintergrunds. Die Beleuchtung ist fokussiert und hebt die glatten Konturen seiner Schulter und seines Rückens hervor, während die Eichenblätter verschlungene Schatten auf seine Haut werfen. Er scheint einen Ast zu halten und verschmilzt die menschliche Form mit den natürlichen Texturen von Holz und Blatt.
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Jahr
2022





